
Das Sternbild Löwe. Foto: Jakob Weyde.
Labiles Wetter mit kräftiger Thermik und spektakulären Wolken, die sich laut Vorhersage abends auflösen. Der abnehmende Mond ist noch gut beleuchtet, geht aber erst nach zwei Uhr auf – so lange werden wir heute nicht durchhalten.
Vor drei Wochen haben wir den Löwen nur durch Wolken gesehen, also zweiter Versuch. Den Anfang macht das bekannte Leo-Triplet. Die schwache NGC-Galaxie 3628 ist kaum zu entdecken, das verbessert sich mit Fortschreiten der astronomischen Dämmerung. Sie liegt in ein V aus fünf Sternen eingebettet, die perfekte Aufsuchhilfe. Schnell noch zeichnen, mangels Papier muss das iPad herhalten. Es ist ohnehin immer dabei, wir navigieren mit SkySafari Pro.

Das Leo-Triplet (Illustration). Ansicht wie im Okular, Norden ist links unten. Oben M 65, im Uhrzeigersinn folgen M 66 und NGC 3628.
Weiter zum weniger bekannten zweiten Triplet mit M 95 und 96. Hier gibt es eine Extra-Zugabe: die dritte “Galaxie” ist selbst ein Triplet aus M 105 und NGC 3384, die schöne Kerne zeigen, und 3389, die nicht leicht zu sehen ist.
Wir wollen noch die “Needle Galaxy” NGC 4565 aufsuchen, ein Kratzer am Himmel und Höhepunkt des Abends. Sehr schön die benachbarte elliptische Galaxie NGC 4494 am Ende eines Bogens aus vier Sternen, wir entdecken sie zuerst.
Müdigkeit macht sich bemerkbar, wir streifen noch die Markarian-Kette im Herzen des Virgo-Haufens und genießen den Glitzer des offenen Sternhaufens Melotte 111.
Und, was sagen wir? Hat sich doch gelohnt.

Die “Needle Galaxy” NGC 4565 im Sternbild Coma, eine der schönsten edge-on Galaxien. Rechts neben dem Ausschnitt der offene Sternhaufen Mel 111. Foto und Legende: Jakob Weyde.



















