Astronomie einfach machen

Kategorie: Astro-Zen

Es gibt sie noch

Lagerverkauf bei Intercon in Augsburg. Original-Teile wie Alutuben, Spiegelzellen, Höhenräder und Rockerboxen vom 8 Zoll ICS AT bis zum legendären 14,5er GNU. Als Besucher kann man in Ruhe stöbern, in die Begeisterung über so viel Hochwertiges mischt sich auch Melancholie.  Die Zeit der Manufaktur-Dobsons und des Selbstbaus geht zu Ende, heute sind andere Dinge gefragt. Was dort im Lager liegt, war mal state of the art und anderswo nicht zu bekommen.

Am liebsten möchte ich das alles einpacken und den Teilen ein neues Zuhause geben. Gekauft habe ich einen 10 Zoll Spiegel mit perfektem Messprotokoll. Nächstes Jahr müssen sich die Galaxien warm anziehen.

Kontrastprogramm

Stephan’s Quintet und Deer Lick Galaxie (am Bildrand). Foto: Marcus Schenk mit Celestron Origin.

Am Alpenrand irrlichtern Gewitterzellen, sonst ist der Himmel klar. Marcus ist schon unterwegs, das neue Celestron Origin im Auto. Die Company steigt als erster Traditionshersteller in den Markt mit Smart Teleskopen ein. Beste Durchsicht ist nicht zu erwarten, ich packe starken Café und Fernglas und fahre spontan hinterher.

Während das Origin schwierige Objekte sammelt sitzen wir auf der Bank, trinken Café und schauen in den Himmel. Herrlich, die laue Nacht so ohne Ziel. Später nehmen wir die Ferngläser. Die großen Spiralen M 51 und 101 in UMa gehen im 8 x 32 gerade noch. Richtig genial ist Perseus mit Doppelhaufen, Stock 2, Trumpler 2, Alpha Persei Gruppe und M 34. Leider vergessen nach Kemble’s Cascade zu schauen. Machen wir nächstes Mal.

Aurora Borealis

Polarlichter über Landsberg am Lech am 10. Mai 2024. Foto: Jakob Weyde.

Yes it is true: Die Sonnenaktivität beschert uns Polarlichter über Süddeutschland. Und Jakob fängt den Gänsehautmoment mit der Kamera ein.

Breakfast Astronomy

Vergangene Woche steht im Osten ein majestätischer Fuhrmann am Abendhimmel. Und Marcus, der zeitig aufsteht, bekommt am Morgen schon den Orion zu sehen.

Beim Frühstück macht sich Vorfreude auf den Winterhimmel bemerkbar. Der Gürtel des Orion mit dem hellen Gasnebelkomplex M 42 und 43 und dem schwachen Reflektionsnebel M 78.

#kurzenächte

Gestern spontan draussen, nach dem gewittrig verhangenen Tag war der Himmel um 21 h plötzlich komplett klar.  Mit Einsetzen der astronomischen Dämmerung um 23 h Start in die Kugelhaufensaison mit dem 12-Zoll von Marcus. M 13 selten so gut gesehen, eigentlich nur zum Vergleich angesteuert und dann doch länger beobachtet (hallo Propeller). Mitgenommen: Helle Objekte brauchen keinen komplett dunklen Himmel (davon gibt es aktuell auch nur 1,5 h), Kugelsternhaufen können richtig Spass machen (vor allem wenn man sich auf die Unterschiede konzentriert), und wenn man sich eine Stunde “just for fun” vornimmt werden immer zwei daraus!

Du weißt, dass Du an die Astronomie verloren bist …

… wenn Du abends aus dem Haus gehst und Dein erster Blick gilt dem Himmel. Sind Sterne zu sehen? Eine schöne Mondsichel?

Jupiter steht schon tief über dem Horizont, das erinnert Dich daran, dass Du die App über die Saturnmonde herunterladen wolltest.

Wenn Du ein Fernglas in die Hand nimmst, fragst Du Dich, was es am Himmel zeigt.

Du hast überall Notizbücher herumliegen, in die Du Gedanken oder Skizzen zu einer Beobachtung hinein kritzelst.

Beim Frühstück schiebst Du die Mohnbrösel umher, bis auf Deinem Teller Sternbilder entstehen.

Wenn sich der Horizont am Abend tiefrot verfärbt, fragst Du Dich, wie gut wohl die Transparenz der Atmosphäre sein wird.

Der Klang der arabischen Namen der Sterne – Deneb, Sadr, Albireo – ist für Dich wie eine Verheißung.

Wenn Du den kleinen Orion im „Golf von Mexiko“ im Nordamerikanebel gefunden hast, fühlst Du Dich, als wärst Du irgendwo angekommen.

Du liest jeden Magazinartikel, um Ideen für interessante Ziele zu finden.

Du liegst spätabends auf der Terrasse und suchst mit dem Fernglas die Sternbilder im Zenit ab.

Du lebst mit Checklisten für die nächste Beobachtungsnacht.

Du besitzt ein halbes Dutzend Rotlichtlampen und hast gerade eine weitere bestellt.

Du studierst die Spezifikationen von Nagler-Okularen, als wären es kostbare Weine.

Du planst Familienurlaube so, dass sie nicht mit Teleskoptreffen kollidieren.

Du hast in Deinem Kalender alle Neumondnächte des Jahres im Voraus eingetragen.

Du kennst jeden Anbieter und jede App für die Vorhersage von klaren Nächten.

Du fragst Dich, ob Du den Cirrusnebel aus Deinem Garten sehen könntest wenn Du einen OIII-Filter hättest.

Wenn Du die ersten zwei Buchstaben eines beliebigen Teleskophändlers in Deinen Computer tippst, ergänzt Dein Browser automatisch den Rest.

Wo hast Du doch gleich den Namen dieses seltsamen Galaxienpaars notiert?

© 2026 teleskopfreunde

Theme von Anders NorénHoch ↑