Astronomie einfach machen

Kategorie: Beobachten (Seite 2 von 3)

Minimum-Maximum

Die Milchstrasse zwischen Cassiopeia und Schwan. Foto: Jakob Weyde.

Der zunehmende Mond geht früh unter,  der Himmel ist exzellent. Wir machen Jagd auf kleine und kleinste planetarische Nebel aus dem NGC-Katalog. Jakob hangelt sich von Sternmuster zu Sternmuster und schiesst nebenbei dieses grosse Panorama der Milchstrasse zwischen Doppelhaufen und Schwan, mit zahllosen Deep Sky-Objekten.

Antares und Wolken

Noctilucent clouds (NLCs) über Buchloe. Foto: Jakob Weyde.

Die Möglichkeit einer klaren Nacht um Neumond, spontaner Beobachtungsabend mit BoxKite und Astrotracker. Schon auf der Fahrt tauchen die ersten Wolkenschleier auf, den fotografisch angepeilten Antares zeigen die Aufnahmen poetisch durch die Wolken ziehend.

Als Entschädigung gelingt Jakob diese Aufnahme unglaublich heller und kontrastreicher NLCs  im Norden. Der helle Stern oberhalb der Wolken ist schnell identifiziert (Capella), für die schönen Sternmuster im Niemandsland zwischen Fuhrmann, Giraffe und Perseus braucht es einen Platesolve, der Ausschnitt ist kleiner als gedacht.

Danke Astrometry.net!

Pons-Brooks nach Vollmond

Komet 12P/Pons-Brooks und Collinder 21. Foto: Jakob Weyde.

Einen Tag nach Vollmond gelingt Jakob diese phantastische Aufnahme des Kometen 12P/Pons-Brooks mit dem auffälligen Asterismus Cr 21 (die Gruppe ist kein Sternhaufen) und der Galaxie NGC 672.  Die wechselwirkende Nachbargalaxie IC 1727 ist schwach zu erahnen, nachdem Herschel sie übersehen hat dürfte sie visuell schwierig sein. Cr 21 und NGC 672 kommen auf die Liste!

Poesie in der Dämmerung

Komet 12P/Pons-Brooks und Dreiecksgalaxie M 33. Foto: Jakob Weyde.

Während die visuellen Beobachter auf bessere Zeiten hoffen geht Jakob raus und belichtet diese wunderbar poetische Aufnahme von Dreiecksgalaxie und Komet 12P/Pons-Brooks in der Dämmerung. Der Komet steht nur 15 Grad über dem Horizont. Mich motiviert die Aufnahme enorm, ich würde am liebsten sofort das Dobson einpacken und M 33 im Okular einstellen. Leider erreicht das drittgrößte Mitglied der lokalen Gruppe seinen höchsten Stand im Herbst und ist wohl aktuell für das Objektiv ein attraktiveres Ziel als für das Auge.

Die Königskinder

Die Königskinder NGC 6939 und NGC 6946. Foto: Jakob Weyde.

Eines der schönsten Paare am Himmel sind der offene Sternhaufen NGC 6939 im Cepheus und die Galaxie NGC 6946 im Schwan. Die beiden erscheinen ähnlich gross und hell und passen mit nur 38′ Abstand zusammen ins Gesichtsfeld des Teleskops. Gesehen habe ich sie zum ersten Mal auf dem BTM, in einem 14,5″ ICS Dobson.

Jakob unternimmt trotz widriger Umstände wie zu kleiner Brennweite, Nebelschwaden, Tau und leeren Akkus einen Versuch und kann immerhin 20 Minuten Daten sammeln. Eher ein Beifang ist die auffällige Struktur in der rechten Bildhälfte, der “Seepferdchennebel” Barnard 150. Das müssen wir visuell versuchen!

Für Beobachter ohne Astrofoto-Ambitionen liefert das Equinox 2 Smart-Teleskop eine detailliertere Ansicht der Galaxie. Galaxie zeichnen und vergleichen.

Die Fireworks-Galaxie NGC 6946 im Schwan. 20 min. Stacking mit dem Equinox 2 Smart-Teleskop.

Was Goto-Teleskope nicht zeigen

So dicht, dass man darüber stolpert, stehen die Objekte am Himmel nicht. Ein zufälliger Schwenk zeigt immer nur Sterne. Außer manchmal eben doch.

Endlich die Rockerbox und Höhenräder des kleinen 6 Zoll BoxKite grundiert, nachdem es gerade mal nicht regnet. Die sollen schließlich auch mal eine Taunacht überstehen. Der Himmel zieht immer mehr auf, gegen Abend nur noch Blau.

In der Dämmerung blinken die ersten Sterne, Vega und Deneb. Stehen etwas hoch, peilen wir mal eine angenehmere Höhe an. Zack,  tolles Sternenmuster, ganz zart, füllt das Gesichtsfeld im 13 mm Okular. Sollte das ein loser Sternhaufen sein? Aber welcher? Und wie finde ich das heraus?

Der Himmel ist noch hell, im SO von Deneb ist kein Stern zu sehen. Ich starte SkySafari, könnte M 39 sein. Volltreffer, die Sternmuster sind so charakteristisch, dass ich sie mit dem Foto des Haufens abgleichen kann. Gleich mal zeichnen.

Weil die Richtung so schön passt, gibt es im W von CAS noch etwas zu sehen? Für Caroline’s Rose ist es natürlich viel zu hell. Aber der Sternhaufen liegt zwischen zwei Sternpaaren, die gerade noch ins 21 mm Okular passen, und der Ort ist schnell eingestellt. Und dann die nächste halbe Stunde einfach da gesessen und genossen, wie dieser Poesie gewordene Sternstaub sich ganz langsam aus der Unsichtbarkeit herausschält. Besser geht’s nicht.

Amerika liegt im Osten

Der Nordamerikanebel NGC 7000. Foto: Jakob Weyde.

Im Juni wird es spät dunkel und früh wieder hell, nur 1,5 Stunden liegen zwischen Ende und Beginn der astronomischen Dämmerung. Aber es bleibt warm, und der abnehmende Mond geht nicht vor 2 Uhr auf. Der Himmel verspricht klar zu werden, nicht nur wolkenlos.

Jakob hat spontan Zeit und wir nutzen die immer besser werdende Durchsicht für eine Tour de Force durch die im Osten aufgehenden Sommersternbilder, während der Bärenhüter im Süden über unseren Köpfen thront.

Höhepunkte für mich der Hantelnebel M 27 im Füchschen, den ich noch nie so gut gesehen habe, und wieder einmal der Nordamerikanebel NGC 7000 im Schwan, von dem das BoxKite selbst bei geringster Vergrößerung nur den Golf von Mexiko zeigt. Jakob hält das Wunder mit der Kamera fest, und jetzt kann ich das Herzensobjekt auch tagsüber anschauen.

Die Sirius B-Herausforderung

Image Credit: NASA, ESA, H. Bond (STScI), and M. Barstow (University of Leicester)

Ein Begleiter von Sirius wurde 1844 vorhergesagt und 1862 visuell bestätigt, mit dem 18,5″ Alvan Clark Refraktor, damals dem größten Teleskop der Welt. Der weiße Zwerg hat etwa die Größe der Erde und die Masse der Sonne: das astrophysikalische Extrem trägt vielleicht ebenso zum Mythos bei wie die Schwierigkeit der Beobachtung.

Liest man die Foren quer, findet man das ganze Spektrum von “aktuell für kein Teleskop ein Problem” bis “ich versuche schon seit 20 Jahren, Sirius B zu sehen”. Die Aufnahme des Hubble Weltraumteleskops lässt schon einmal ahnen, dass die Sache so ganz einfach nicht wird. Phil Harrington listet den Begleiter in seinem Buch “Cosmic Challenge” als Herausforderung für mittlere Teleskope, nach seiner Definition 6 bis 9 1/4″.

Unsere erste gemeinsame Sichtung liegt schon etwas zurück. Im Zuge des First Light für den neuen 6″ Prototypen haben wir gegen Ende des Abends noch einen Schwenk zu Sirius gemacht, da uns das Seeing recht stabil erschien. Von B war im 8″ aber nichts zu sehen, und wir haben das auch nicht lange verfolgt.

Ein paar Tage später wollte ich den Fokuspunkt des 8″ BoxKite noch einmal genau ausmessen und habe bei der Gelegenheit aus der heimischen Garageneinfahrt einen Blick auf das Trapez im Orionnebel riskiert. Überraschend, wir gut die E- und F-Komponenten dastehen. Dann probieren wir doch mal Sirius B.

Das klappte dann ganz gut, etwa wie bei der ersten Sichtung mit Marcus. Viel Vergrößerung ist nicht erforderlich, ich habe B am besten im 10 mm Okular gesehen, das sind für mein 8″ Dobson 120-fach und eine Austrittspupille von 1,6 mm. Schon im 8 mm (150-fach und 1,3 mm AP) war der Begleiter schlechter zu sehen. Die Herausforderung liegt nicht im Abstand der Komponenten, sondern im enormen Unterschied der scheinbaren Helligkeit von -1,4 und +8,4 mag.

Sirius B ist trotz der ähnlichen Separation der Komponenten sehr viel schwieriger als Rigel B und immer noch deutlich schwieriger als die F-Komponente im Trapez (Theta1 Ori). Das Seeing ist der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Beobachtung, die Trapez-Komponenten E und F sollten dauerhaft direkt sichtbar sein

Der Weiße Zwerg erscheint und verschwindet immer wieder, je nachdem wie das Seeing ihn freigibt. Es ist zweckmässig Sirius in die Mitte des Gesichtsfeldes positionieren und am optimalen Einblick in das Okular arbeiten, um das Strahlen-Feuerwerk so weit wie möglich zu reduzieren.

Das langgezogene “Himmels-W” westlich (ähnlich Cassiopeia) und der 11 mag Feldstern östlich helfen bei der Orientierung. Der Feldstern östlich liegt fast auf der Positionslinie, Sirius B befindet sich bei 1/10 der Linie von Sirius zum Feldstern.

0,5 Grad Feld um Sirius, Ansicht wie im Okular, Norden ist unten. Sirius B liegt auf der 62,5° Positionswinkellinie, der Abstand der Komponenten entspricht 1/10 der Entfernung zum Feldstern an der Linie.

Unscheinbare Freunde, Teil 1: der Kleine Löwe

Wir kennen sie alle, die bekannten und auffälligen Sternbilder. Dazu gehören der Große Wagen, der Orion oder Pegasus. Als Sterngucker lernst du diese Sternbilder als erstes kennen. Doch es gibt Figuren am Himmel, die sind so unauffällig wie eine Laus auf einem Blatt. Aber wahrscheinlich viel interessanter. 

Dieser Artikel ist der erste Teil einer kleinen Serie, in dem wir dir die Sternbilder vorstellen wollen, die die meisten Beobachter leicht übersehen. Ab heute wirst du auch auf die kleinen Details achten.

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Hagrids Drachen oder NGC 2301

Ich habe in meinem Beobachtungsbuch geblättert und eine Beobachtung gefiel mir besonders.

Warum diese?

 

Karte des Sternbilds Einhorn

Es handelt sich um einen Sternhaufen, den du gesehen haben solltest, die meisten Hobbyastronomen aber kaum beobachten. Oder sagt dir etwas Hagrids Drachen etwas?

Ich habe keine Ahnung, wer sich diesen Namen ausgedacht hat. Aber Harry Potter Fans wissen: Es muss sich dabei um den Drachen Norbert handeln, dessen Ei der Wildhüter Hagrid in J.K. Rowlings Roman „Harry Potter und der Stein der Weisen“ in seiner Hütte neben einem Kaminfeuer ausbrütet. Mir gefällt das! Für alle anderen darf der Sternhaufen NGC 2301 oder goldener Wurm heißen.

Wo findest du den Sternhaufen?

Wenn ein Sternhaufen schon so einen bildhaften Namen trägt, dann findet man ihn natürlich im Sternbild „Einhorn“. Oder einfacher: direkt links neben dem Sternbild Orion.

Du findest NCG 2301 ganz einfach gute zwei Grad entfernt vom 4,4 mag hellen Stern 18 Mon. Du kannst den Stern also schon mit dem bloßen Auge erkennen und ihn einfach an den Rand deines Telradkreises positionieren. Schon hast du diesen wundervollen Sternhaufen gefunden.

Zeichnung von NGC2301

Im Weitwinkelokular bei kleiner Vergrößerung bemerkst du eine helle Sternenkette, die mit 15 Bogenminuten Ausdehnung etwa 1/4 des Gesichtsfeldes ausmacht. Es stechen einige helle Sterne der 8. Größenklasse heraus, weiterhin aber auch einige schwache Haufenmitglieder. In meiner Zeichnung konnte ich etwa 30 Sterne festhalten.

Übrigens: Wenn du mit deinem Teleskop schon in dieser Gegend unterwegs bist, dann bieten sich ein Abstecher zum Rosettennebel, Hubbles veränderlicher Nebel und zum Weihnachtsbaumhaufen an.

Beobachte diesen Sternhaufen doch auch mal – und erzähle uns davon.

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