
Die fast vollständig bedeckte Sonne kurz vor dem Untergang. Foto: Jakob Weyde.
Es ist ein verrücktes Spektakel, wenn Mond und Sonne ihre Bahnen kreuzen. Dabei läuft im Weltall alles wie immer, nur von unserem Standpunkt aus gesehen passiert etwas besonderes.
Nachdem ich den Termin fast vergessen hatte, ist morgens anstehen nach Brillen angesagt: das Interesse ist riesig. Die Brillenschlage, immerhin einige Dutzend Leute, ist gut gelaunt und bewegt sich zügig weiter. Die 1999er Brillen können entsorgt werden – selbst originalverpackt erscheinen sie im Smartphone-Licht deutlich löchrig, kein Vergleich mit den neuen.
Der Zufall in Gestalt von Marcus spielt mir eine Baader AstroSolar-Folie in die Hand. Aus einer vorhandenen Blende ist schnell ein Sonnenfilter für das 6-Zoll BoxKite gebaut. Die kleine Folie reicht für 120 mm Öffnung, 1 cm muss umlaufend verklebt werden. Das gelingt streng nach Anleitung problemlos.
Große Erwartungen an das Ergebnis habe ich nicht, umso überraschender dann der erste Blick auf die Sonne: ein kristallklares Bild mit deutlich sichtbarer Granulation und Gruppen von Sonnenflecken, die eine schöne Penumbra zeigen. Einiges davon fängt sogar ein Freihand-Smartphone-Foto ein.

Die Sonne am 12. August 2026 westlich von München, 19:41 Uhr.

Auch 120 mm Öffnung produzieren ein bestechend klares visuelles Bild.

Sonne und Mond, formatfüllend: Marcus Schenk mit dem Seestar S30 Pro