Astronomie einfach machen

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Restbestände

Wenn man viel mit Epoxy arbeitet, verklebt man auch das Ebony Star Laminat für die Höhenräder mit dem Zeug. Ist etwas mehr Aufwand als Kontaktkleber, dafür wird das Ergebnis perfekt. Etwas Erfahrung schadet nicht, Schutzmaßnahmen empfohlen (Aktivkohlemaske und Handschuhe).

Eignet sich gut, um nicht mehr ganz frische Restbestände aufzubrauchen, hier das leider nicht mehr verfügbare 10-Minuten-Epoxy von R&G. Im nächsten Schritt wird gefräst.

Make or buy

Mit Kreissäge, Oberfräse und Bohrständer lässt sich einiges erledigen. Sind diese Werkzeuge nicht vorhanden oder mangelt es an Zeit, lassen sich die Zuschnitte online konfigurieren und kommen fertig ins Haus.

Wir testen das für unser BoxKite Mini 6-Zoll Dobson-Teleskop und ordern bei Firstlaser. Vor einer Woche bestellt, heute vor der Tür, nicht schlecht. Alles ist sorgfältig verpackt.

Unsere Bestellung besteht aus 3 mm Aluverbund und 12 mm Birke Multiplex, je nach Erfordernis wird gesägt oder gefräst. Löcher oder Ausschnitte bedeutet automatisch fräsen, diese Teile haben ebenfalls saubere Kanten, nur die Schutzfolie franst aus.

Der gefräste Aluverbund für den oberen Tubus ist 4/10 zu klein, hier müssen wir die gesägten Teile anpassen. Besser gleich alles gefräst bestellen. Die Holzteile scheinen zu passen, wie gut wird sich beim Zusammenbau zeigen.

Wegen der Mindestmaße von 20 x 15 cm für das Fräsen haben wir einige Teile kombiniert oder einseitig vergrößert, die kommen noch auf die Säge. Die Frontblende bauen wir selbst.

Für das Set könnte man fünf Jahre lang das „Himmelsjahr“ kaufen, man muss selbst entscheiden ob es das wert ist. Fangspiegelzelle und Kleinteile aus dem 3D-Drucker liefert ebenfalls ein Dienstleister, die Alurohre liegen schon lange im Regal. Jetzt kommen sie endlich zu ihrem Recht.

Projektstart 10-Zoll

Der Kite für den Prototypen des 10-Zoll BoxKite wird mit wasserfestem Weissleim in einer einfachen Helling verklebt. Die Panels kommen von Firstlaser und sind bereits mit Bohrungen und Ausschnitten versehen. Qualität und Masshaltigkeit sind exzellent, Expresszuschnitt ist allerdings ein Euphemismus, es dauert zwei Wochen bis die Teile in der Garage liegen.

Es gibt sie noch

Lagerverkauf bei Intercon in Augsburg. Original-Teile wie Alutuben, Spiegelzellen, Höhenräder und Rockerboxen vom 8 Zoll ICS AT bis zum legendären 14,5er GNU. Als Besucher kann man in Ruhe stöbern, in die Begeisterung über so viel Hochwertiges mischt sich auch Melancholie.  Die Zeit der Manufaktur-Dobsons und des Selbstbaus geht zu Ende, heute sind andere Dinge gefragt. Was dort im Lager liegt, war mal state of the art und anderswo nicht zu bekommen.

Am liebsten möchte ich das alles einpacken und den Teilen ein neues Zuhause geben. Gekauft habe ich einen 10 Zoll Spiegel mit perfektem Messprotokoll. Nächstes Jahr müssen sich die Galaxien warm anziehen.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Beim Aufräumen zwei Fangspiegelhalter von Astrosystems gefunden. Ebony Star ist noch vorhanden, der Postbote hilft beim Auffüllen anderer kritischer Bestände.

Der Prototyp des 6 Zoll f/5 BoxKite Mini geht seiner Fertigstellung entgegen, in zwei Wochen startet das BTM, dann ist er fertig. Und ich träume von einem kurz bauenden 8 Zoll f/5 BoxKite Compact.

12 g flüssiges Gold

Die meisten Selbstbauer verkleben Ebony Star mit Kontaktkleber, das war mir nie so recht sympathisch. Zumindest auf großen Flächen lässt sich das Zeug kaum ohne Wellen auftragen, die Lösungsmittel sind auch nicht ohne. Sprühkleber habe ich auch schon verwendet, das geht für die Rockerbox ganz gut.

Besser gefällt mir Epoxy, die Verklebung hält dauerhaft und das Material lässt einem Zeit alles passend auszurichten. Für die 6-Zoll Rockerbox nutze ich ein nicht mehr ganz frisches Restgebinde, 12 g flüssiges Gold und das Ebony Star sitzt plan und fest. Schutzmaßnahmen empfohlen (Aktivkohlemaske und Handschuhe).

Da das  Epoxy schnell durchhärtet folgen die bereits verklebten Seitenwände ohne lange Wartezeit. Morgen noch das Laminat mit dem Einhandfräser trimmen und alles mit Porenfüller versiegeln, dann folgt schon der Zusammenbau.

Eine Wiege für das Baby-BoxKite

Nachdem das Wetter kaum zu Aktivitäten im Freien einlädt, hat die Rockerbox für den 6″ f/5 Baby-BoxKite Prototypen am Wochenende Fortschritte gemacht. Noch fehlen die Aussparungen und die Basis, aber die Höhenräder sind sorgfältig eingeschliffen und die Reibung kann durch Verschieben der Teflon-Pads justiert werden.

Das Fräsen und Schleifen der Höhenräder und der Aufnahme in den Seitenteilen der Rockerbox bedeutet etwas Arbeit, so habe ich die Teile für den Prototypen gleich in Multiplex gebaut. Große Überraschungen sind nicht zu erwarten, den Durchmesser der Höhenräder (203 mm) konnte ich mit dem alten 8-Zoll testen.

Für Marcus bauen wir das noch einmal in schön, ich werde sicher die nächsten Jahre mit dem Prototypen beobachten – und mich über die Rockerbox freuen.

First Light für Baby-BoxKite

Nur 29 Tage zwischen dem ersten und dem letzten Foto: gestern konnten wir den sehr guten Himmel für das First Light des neuen 6″ f/5 Baby-BoxKite Prototyps nutzen und gleich eine kleine Nebel-Tour durch den Orion unternehmen.

Bei angenehmen 2° Lufttemperatur hatten wir viel Spaß beim Testen und Beobachten. Alle Okulare kommen in den Fokus, der Sterntest sieht auf Anhieb gut aus. Sehr interessant der direkte Vergleich mit dem 8″ f/6, der Unterschied ist deutlich, aber wir waren doch immer wieder erstaunt was mit dem 6″ alles geht.

Angeschaut haben wir das Trapez im Orionnebel (Theta1 Ori), mit dem 8″ waren die E und F-Komponenten gut sichtbar, mit dem 6″ immerhin noch E.

Der Flame-Nebel (NGC 2024) war ohne Filter im 8″ gut und im 6″ gerade noch zu sehen. Mit UHC-Filter im 8″ waren die Konturen deutlicher, ein Fall für eine Skizze, wir wollten aber weiter.

M 78, der einzige Reflexionsnebel im Messier-Katalog, war in beiden Teleskopen gut zu sehen und bietet sich wegen seiner einfachen Struktur und der beiden eingebetten Sterne wirklich zum Zeichnen an. Kommt auf die Liste.

NGC 1788 ist ein schwächerer Reflexionsnebel, der auch im 8″ leicht zu übersehen ist (aber nicht von Marcus). Haben wir mit dem 6″ nicht versucht.

Zum Abschluss haben wir dem Orion den Rücken zugekehrt und Polaris für einen ersten Test mit dem Ronchi-Okular eingestellt.

Sobald die Werkstatt aufgeräumt ist geht es weiter.

Bayerisches Teleskopmeeting

Endlich wieder BTM! Nach zwei Absagen die langersehnte 20. Auflage des Treffens auf dem Osterberg. Ich war 2018 zum ersten Mal dabei und sofort begeistert: Astrotreff.de

Der Donnerstag startet mit Sonne und Wolken, rechtzeitig zum Einbruch der Dämmerung zieht es auf. Leider bleiben Süden und Westen verhangen, der angedachte lockere Spaziergang vom Steinbock bis zum Drachen – etwas abseits der bekannten Showpieces – muss warten. Dafür gibt es Doppelsterne, perfekt für die Bedingungen mit viel Feuchtigkeit und ruhiger Luft. Im Zenit eine schöne Milchstraße, überraschenderweise zeigen sich trotz des aufgehellten Himmels Richtung Horizont sogar niedrig stehende Galaxien.

Angeschaut unter anderem: Double Double und Ringnebel, Epsilon Bootis, M 3, M 94, M 13 mit gut sichtbarer NGC-Galaxie 6207, aber ohne Propeller, Alpha  und Rho Herculis, den planetarischen Nebel NGC 6210 und als Entdeckung der Nacht den wunderschönen offenen Sternhaufen IC 4665.

Einiges notiert, der 8″ BoxKite-Prototyp hat sich auf der neuen Rockerbox wohl gefühlt, es blieb angenehm mild, mit dem Fortschreiten der Nacht wurde der Himmel immer freier. Ich bin zeitig müde und verziehe mich in den Bus.

Am Freitag gewittert es am Vormittag und gegen Abend wie angesagt, der Himmel ist mit Einsetzen der Dämmerung immer noch komplett bewölkt. Die Vorhersage für die Nacht auf Sonntag ist nicht besser, für dieses Mal streiche ich am Samstag die Segel.

Auch wenn die Woche ihre schönsten Nächte schon vor dem Meeting aufgezogen hat: das Outdoor-Leben an diesem ganz besonderen Ort, umringt von Teleskopen und astro-infizierten netten Menschen, ist jedes Jahr aufs Neue jede Anfahrt wert!

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