Astronomie einfach machen

Autor: Michael (Seite 4 von 5)

Der Atlas für Himmelsbeobachter

Einige anerkannte Nachschlagwerke für Sterngucker zeichnen sich durch einen Nerd-Faktor aus, der sich am schönsten in getippten Tabellen mit handgemalten griechischen Buchstaben äußert. Als Leser fühlt man sich einer verschworenen Minderheit zugehörig, die von der Kommerzialisierung des Informationskonsums durch ein nur ausgeprägten Individualisten zugängliches Interessengebiet verschont geblieben ist.

Für mich hatte der “Karkoschka” immer diesen Appeal, schon wegen der Typografie. Leicht zugänglich fand ich ihn nicht, dafür sorgen Tabellen im Einführungsteil wie “Scheinbare Helligkeit und Entfernung der 1427 in diesem Atlas katalogisierten Objekte, jede Doppelsternkomponente einzeln gezählt”.

Nach einer Weile findet man sich zurecht, dann kommt die Ausgabe 2022, von den meisten Sternfreunden wahrscheinlich unbemerkt, schließlich hat schon jeder so ein Teil. Mich erinnert das Buch an ein Taschenmesser mir zu vielen Werkzeugen. Ist die Fülle an neu hinzugekommenen Informationen für den Beobachter wirklich sinnvoll?

Die Karten bleiben weitgehend unverändert, die Beschreibung der Nebel auch. Die auf dem Cover angekündigten 500 Objekte kommen durch Sonderseiten mit Tabellen etc. zustande, es bleibt im Kern bei der Auswahl von 250 Zielen.

Ich habe das Buch gerade erst gekauft und will es nicht vorschnell abtun. Vielleicht freunden wir uns noch an. Wenn es soweit ist, poste ich ein Update. But don’t hold your breath.

Die 6. Auflage von 2016 hat ein farbiges Cover, ist im Inhalt aber schwarzweiss und weitgehend mit der 2. Auflage von 1989 identisch

Oculum Drehbare Himmelskarte

Ich war bislang kein großer Fan drehbarer Sternkarten. Sobald man die Sternbilder einmal kennt, bieten sie nicht viel Zusatznutzen – dachte ich. Das hat sich geändert, und der Grund ist die Drehbare Himmelskarte aus dem Oculum Verlag.

Die Karte ist schon länger auf dem Markt, knapp so groß wie eine LP (remember?), und zeigt neben ca. 700 Sternen fast 250 Objekte aus dem Deep Sky Reiseführer/Atlas. Im Orion sind das die Reflexionsnebel M 78, NGC 1788, 1977 und 2024, die offenen Sternhaufen NGC 1980 und 1981 und natürlich der Orionnebelkomplex M 42/43. Das allein ist schon mehr als eine Beobachtungsnacht wert.

Die Grafik ist aufgeräumt, man überblickt große Himmelsareale und sieht gleichzeitig Details. Das lädt auf Entdeckungsreisen ein, und mit dem Plan für die nächste Nacht möchte man sofort raus und beobachten.

Die Karte ist eine gute Ergänzung zu Sky Safari, die zwei passen zusammen wie Teleskop und Fernglas. Die Objektauswahl allein lohnt den Kauf.

https://www.oculum-verlag.de/detailview?no=540

Breakfast Astronomy

Vergangene Woche steht im Osten ein majestätischer Fuhrmann am Abendhimmel. Und Marcus, der zeitig aufsteht, bekommt am Morgen schon den Orion zu sehen.

Beim Frühstück macht sich Vorfreude auf den Winterhimmel bemerkbar. Der Gürtel des Orion mit dem hellen Gasnebelkomplex M 42 und 43 und dem schwachen Reflektionsnebel M 78.

Bayerisches Teleskopmeeting

Endlich wieder BTM! Nach zwei Absagen die langersehnte 20. Auflage des Treffens auf dem Osterberg. Ich war 2018 zum ersten Mal dabei und sofort begeistert: Astrotreff.de

Der Donnerstag startet mit Sonne und Wolken, rechtzeitig zum Einbruch der Dämmerung zieht es auf. Leider bleiben Süden und Westen verhangen, der angedachte lockere Spaziergang vom Steinbock bis zum Drachen – etwas abseits der bekannten Showpieces – muss warten. Dafür gibt es Doppelsterne, perfekt für die Bedingungen mit viel Feuchtigkeit und ruhiger Luft. Im Zenit eine schöne Milchstraße, überraschenderweise zeigen sich trotz des aufgehellten Himmels Richtung Horizont sogar niedrig stehende Galaxien.

Angeschaut unter anderem: Double Double und Ringnebel, Epsilon Bootis, M 3, M 94, M 13 mit gut sichtbarer NGC-Galaxie 6207, aber ohne Propeller, Alpha  und Rho Herculis, den planetarischen Nebel NGC 6210 und als Entdeckung der Nacht den wunderschönen offenen Sternhaufen IC 4665.

Einiges notiert, der 8″ BoxKite-Prototyp hat sich auf der neuen Rockerbox wohl gefühlt, es blieb angenehm mild, mit dem Fortschreiten der Nacht wurde der Himmel immer freier. Ich bin zeitig müde und verziehe mich in den Bus.

Am Freitag gewittert es am Vormittag und gegen Abend wie angesagt, der Himmel ist mit Einsetzen der Dämmerung immer noch komplett bewölkt. Die Vorhersage für die Nacht auf Sonntag ist nicht besser, für dieses Mal streiche ich am Samstag die Segel.

Auch wenn die Woche ihre schönsten Nächte schon vor dem Meeting aufgezogen hat: das Outdoor-Leben an diesem ganz besonderen Ort, umringt von Teleskopen und astro-infizierten netten Menschen, ist jedes Jahr aufs Neue jede Anfahrt wert!

Countdown zum BTM

Heute endlich die MKII Rockerbox für das BoxKite verklebt, gefräst habe ich die Teile im Januar. Das Bayerische Teleskopmeeting (BTM) auf dem Osterberg bei Pfünz startet in weniger als zwei Wochen, da möchte ich das neue Teleskop dabeihaben.

Die Holzteile (18 mm Birke Multiplex) fallen optisch nicht besonder schön aus und sind auch nicht 100% masshaltig, aber wie Alvin Lee zu sagen pflegte, “near enough for jazz”. Ich habe sie gründlich geschliffen und vor dem Zusammenbau eine dünne Schicht Schnellschleifgrundierung aufgerollt. Ist erst einmal alles verklebt wird das wesentlich umständlicher.

Das BoxKite-Teleskop hat einen Aluminium- und DILITE-Rahmen, wobei ich für das Treffen den Prototypen mitnehmen werde, der vollständig aus Holz besteht. Tubus und Rockerbox wiegen jeweils 8 kg, überraschend leicht, wenn man sie das erste Mal in die Hand nimmt!

 

Bayerisches Teleskopmeeting

For English version please see here.

#quickfixes

Auf der Fahrt steht der Mond noch recht hoch am Himmel. Da ist es aber auch noch hell. Genial dieser Übergang von Gelb-Orange zu tiefem Blau im Westen; beim Blick zurück ist der Himmel schon grau, nur ein Hauch von Rosa.

Der Start mit dem Ende der bürgerlichen Dämmerung um halb zehn lässt viel Zeit fürs Aufbauen. Das ist auch gut so: Die neue Rockerbox für das BoxKite ist noch nicht fertig, heute kommt das 20 Jahre alte Box-Teleskop mit. Wie sauber noch alles zusammenpasst!

Gar nicht passen will der Leuchtpunkt der Justierlasers, die Druckfeder in der Aufhängung des Sekundärspiegels fehlt. Mit der Ahle des Taschenmessers im Auto und etwas Schaumgummi lässt sich das provisorisch fixen. Hält den ganzen Abend.

#kurzenächte

Gestern spontan draussen, nach dem gewittrig verhangenen Tag war der Himmel um 21 h plötzlich komplett klar.  Mit Einsetzen der astronomischen Dämmerung um 23 h Start in die Kugelhaufensaison mit dem 12-Zoll von Marcus. M 13 selten so gut gesehen, eigentlich nur zum Vergleich angesteuert und dann doch länger beobachtet (hallo Propeller). Mitgenommen: Helle Objekte brauchen keinen komplett dunklen Himmel (davon gibt es aktuell auch nur 1,5 h), Kugelsternhaufen können richtig Spass machen (vor allem wenn man sich auf die Unterschiede konzentriert), und wenn man sich eine Stunde “just for fun” vornimmt werden immer zwei daraus!

Laser justieren

Laser taugen nur zum Justieren, wenn sie selbst justiert sind. Das checkt man am besten, indem man den Laser auf eine Wand richtet und dreht. Bewegt sich der Punkt, muss nachgestellt werden. Der Haken bei der Sache ist die Lagerung, ich habe bislang noch keine gefunden, die nicht selbst Gewackel ins Geschehen bringt.

Die Lösung ist diese kleine Helling aus übriggebliebenen Kugellagern und Sperrholzresten, die bemerkenswert gut funktioniert. Der Laserpunkt steht an der Wand wie angenagelt, die flexible Verbindung der Lagerbrettchen sorgt für festen Stand, und je nach Orientierung der Lager lassen sich auch kleine Lasermodule checken (du liebe Zeit, sofort zurück mit dem Schrott)!

For English version please see here.

Update für die Rockerbox

Zweite Generation der Rockerbox für das BoxKite 8″ Dobson-Teleskop. Weniger Ausschnitte, leichter zu bauen und hoffentlich ebenso einfach zu handhaben. Mehr Material im unteren Bereich und zwischen den Ausschnitten.

Ice Diaries

Beobachtungsabend am 14. Januar, der seitlich montierte Telrad taut eigentlich nicht zu, aber manchmal geht es doch nicht ohne Heizband. Gibt es übrigens auch für Beobachter.

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