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Astronomie einfach machen

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Minimum-Maximum

Die Milchstrasse zwischen Cassiopeia und Schwan. Foto: Jakob Weyde.

Der zunehmende Mond geht früh unter,  der Himmel ist exzellent. Wir machen Jagd auf kleine und kleinste planetarische Nebel aus dem NGC-Katalog. Jakob hangelt sich von Sternmuster zu Sternmuster und schiesst nebenbei dieses grosse Panorama der Milchstrasse zwischen Doppelhaufen und Schwan, mit zahllosen Deep Sky-Objekten.

Antares und Wolken

Noctilucent clouds (NLCs) über Buchloe. Foto: Jakob Weyde.

Die Möglichkeit einer klaren Nacht um Neumond, spontaner Beobachtungsabend mit BoxKite und Astrotracker. Schon auf der Fahrt tauchen die ersten Wolkenschleier auf, den fotografisch angepeilten Antares zeigen die Aufnahmen poetisch durch die Wolken ziehend.

Als Entschädigung gelingt Jakob diese Aufnahme unglaublich heller und kontrastreicher NLCs  im Norden. Der helle Stern oberhalb der Wolken ist schnell identifiziert (Capella), für die schönen Sternmuster im Niemandsland zwischen Fuhrmann, Giraffe und Perseus braucht es einen Platesolve, der Ausschnitt ist kleiner als gedacht.

Danke Astrometry.net!

Aurora Borealis

Polarlichter über Landsberg am Lech am 10. Mai 2024. Foto: Jakob Weyde.

Yes it is true: Die Sonnenaktivität beschert uns Polarlichter über Süddeutschland. Und Jakob fängt den Gänsehautmoment mit der Kamera ein.

Pons-Brooks nach Vollmond

Komet 12P/Pons-Brooks und Collinder 21. Foto: Jakob Weyde.

Einen Tag nach Vollmond gelingt Jakob diese phantastische Aufnahme des Kometen 12P/Pons-Brooks mit dem auffälligen Asterismus Cr 21 (die Gruppe ist kein Sternhaufen) und der Galaxie NGC 672.  Die wechselwirkende Nachbargalaxie IC 1727 ist schwach zu erahnen, nachdem Herschel sie übersehen hat dürfte sie visuell schwierig sein. Cr 21 und NGC 672 kommen auf die Liste!

Poesie in der Dämmerung

Komet 12P/Pons-Brooks und Dreiecksgalaxie M 33. Foto: Jakob Weyde.

Während die visuellen Beobachter auf bessere Zeiten hoffen geht Jakob raus und belichtet diese wunderbar poetische Aufnahme von Dreiecksgalaxie und Komet 12P/Pons-Brooks in der Dämmerung. Der Komet steht nur 15 Grad über dem Horizont. Mich motiviert die Aufnahme enorm, ich würde am liebsten sofort das Dobson einpacken und M 33 im Okular einstellen. Leider erreicht das drittgrößte Mitglied der lokalen Gruppe seinen höchsten Stand im Herbst und ist wohl aktuell für das Objektiv ein attraktiveres Ziel als für das Auge.

Die Königskinder

Die Königskinder NGC 6939 und NGC 6946. Foto: Jakob Weyde.

Eines der schönsten Paare am Himmel sind der offene Sternhaufen NGC 6939 im Cepheus und die Galaxie NGC 6946 im Schwan. Die beiden erscheinen ähnlich gross und hell und passen mit nur 38′ Abstand zusammen ins Gesichtsfeld des Teleskops. Gesehen habe ich sie zum ersten Mal auf dem BTM, in einem 14,5″ ICS Dobson.

Jakob unternimmt trotz widriger Umstände wie zu kleiner Brennweite, Nebelschwaden, Tau und leeren Akkus einen Versuch und kann immerhin 20 Minuten Daten sammeln. Eher ein Beifang ist die auffällige Struktur in der rechten Bildhälfte, der “Seepferdchennebel” Barnard 150. Das müssen wir visuell versuchen!

Für Beobachter ohne Astrofoto-Ambitionen liefert das Equinox 2 Smart-Teleskop eine detailliertere Ansicht der Galaxie. Galaxie zeichnen und vergleichen.

Die Fireworks-Galaxie NGC 6946 im Schwan. 20 min. Stacking mit dem Equinox 2 Smart-Teleskop.

Was Goto-Teleskope nicht zeigen

So dicht, dass man darüber stolpert, stehen die Objekte am Himmel nicht. Ein zufälliger Schwenk zeigt immer nur Sterne. Außer manchmal eben doch.

Endlich die Rockerbox und Höhenräder des kleinen 6 Zoll BoxKite grundiert, nachdem es gerade mal nicht regnet. Die sollen schließlich auch mal eine Taunacht überstehen. Der Himmel zieht immer mehr auf, gegen Abend nur noch Blau.

In der Dämmerung blinken die ersten Sterne, Vega und Deneb. Stehen etwas hoch, peilen wir mal eine angenehmere Höhe an. Zack,  tolles Sternenmuster, ganz zart, füllt das Gesichtsfeld im 13 mm Okular. Sollte das ein loser Sternhaufen sein? Aber welcher? Und wie finde ich das heraus?

Der Himmel ist noch hell, im SO von Deneb ist kein Stern zu sehen. Ich starte SkySafari, könnte M 39 sein. Volltreffer, die Sternmuster sind so charakteristisch, dass ich sie mit dem Foto des Haufens abgleichen kann. Gleich mal zeichnen.

Weil die Richtung so schön passt, gibt es im W von CAS noch etwas zu sehen? Für Caroline’s Rose ist es natürlich viel zu hell. Aber der Sternhaufen liegt zwischen zwei Sternpaaren, die gerade noch ins 21 mm Okular passen, und der Ort ist schnell eingestellt. Und dann die nächste halbe Stunde einfach da gesessen und genossen, wie dieser Poesie gewordene Sternstaub sich ganz langsam aus der Unsichtbarkeit herausschält. Besser geht’s nicht.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Beim Aufräumen zwei Fangspiegelhalter von Astrosystems gefunden. Ebony Star ist noch vorhanden, der Postbote hilft beim Auffüllen anderer kritischer Bestände.

Der Prototyp des 6 Zoll f/5 BoxKite Mini geht seiner Fertigstellung entgegen, in zwei Wochen startet das BTM, dann ist er fertig. Und ich träume von einem kurz bauenden 8 Zoll f/5 BoxKite Compact.

12 g flüssiges Gold

Die meisten Selbstbauer verkleben Ebony Star mit Kontaktkleber, das war mir nie so recht sympathisch. Zumindest auf großen Flächen lässt sich das Zeug kaum ohne Wellen auftragen, die Lösungsmittel sind auch nicht ohne. Sprühkleber habe ich auch schon verwendet, das geht für die Rockerbox ganz gut.

Besser gefällt mir Epoxy, die Verklebung hält dauerhaft und das Material lässt einem Zeit alles passend auszurichten. Für die 6-Zoll Rockerbox nutze ich ein nicht mehr ganz frisches Restgebinde, 12 g flüssiges Gold und das Ebony Star sitzt plan und fest.

Da das  Epoxy schnell durchhärtet folgen die bereits verklebten Seitenwände ohne lange Wartezeit. Morgen noch das Laminat mit dem Einhandfräser trimmen und alles mit Porenfüller versiegeln, dann folgt schon der Zusammenbau.

Amerika liegt im Osten

Der Nordamerikanebel NGC 7000. Foto: Jakob Weyde.

Im Juni wird es spät dunkel und früh wieder hell, nur 1,5 Stunden liegen zwischen Ende und Beginn der astronomischen Dämmerung. Aber es bleibt warm, und der abnehmende Mond geht nicht vor 2 Uhr auf. Der Himmel verspricht klar zu werden, nicht nur wolkenlos.

Jakob hat spontan Zeit und wir nutzen die immer besser werdende Durchsicht für eine Tour de Force durch die im Osten aufgehenden Sommersternbilder, während der Bärenhüter im Süden über unseren Köpfen thront.

Höhepunkte für mich der Hantelnebel M 27 im Füchschen, den ich noch nie so gut gesehen habe, und wieder einmal der Nordamerikanebel NGC 7000 im Schwan, von dem das BoxKite selbst bei geringster Vergrößerung nur den Golf von Mexiko zeigt. Jakob hält das Wunder mit der Kamera fest, und jetzt kann ich das Herzensobjekt auch tagsüber anschauen.

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