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Astronomie einfach machen

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Was Goto-Teleskope nicht zeigen

So dicht, dass man darüber stolpert, stehen die Objekte am Himmel nicht. Ein zufälliger Schwenk zeigt immer nur Sterne. Außer manchmal eben doch.

Endlich die Rockerbox und Höhenräder des kleinen 6 Zoll BoxKite grundiert, nachdem es gerade mal nicht regnet. Die sollen schließlich auch mal eine Taunacht überstehen. Der Himmel zieht immer mehr auf, gegen Abend nur noch Blau.

In der Dämmerung blinken die ersten Sterne, Vega und Deneb. Stehen etwas hoch, peilen wir mal eine angenehmere Höhe an. Zack,  tolles Sternenmuster, ganz zart, füllt das Gesichtsfeld im 13 mm Okular. Sollte das ein loser Sternhaufen sein? Aber welcher? Und wie finde ich das heraus?

Der Himmel ist noch hell, im SO von Deneb ist kein Stern zu sehen. Ich starte SkySafari, könnte M 39 sein. Volltreffer, die Sternmuster sind so charakteristisch, dass ich sie mit dem Foto des Haufens abgleichen kann. Gleich mal zeichnen.

Weil die Richtung so schön passt, gibt es im W von CAS noch etwas zu sehen? Für Caroline’s Rose ist es natürlich viel zu hell. Aber der Sternhaufen liegt zwischen zwei Sternpaaren, die gerade noch ins 21 mm Okular passen, und der Ort ist schnell eingestellt. Und dann die nächste halbe Stunde einfach da gesessen und genossen, wie dieser Poesie gewordene Sternstaub sich ganz langsam aus der Unsichtbarkeit herausschält. Besser geht’s nicht.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Beim Aufräumen zwei Fangspiegelhalter von Astrosystems gefunden. Ebony Star ist noch vorhanden, der Postbote hilft beim Auffüllen anderer kritischer Bestände.

Der Prototyp des 6 Zoll f/5 BoxKite Mini geht seiner Fertigstellung entgegen, in zwei Wochen startet das BTM, dann ist er fertig. Und ich träume von einem kurz bauenden 8 Zoll f/5 BoxKite Compact.

12 g flüssiges Gold

Die meisten Selbstbauer verkleben Ebony Star mit Kontaktkleber, das war mir nie so recht sympathisch. Zumindest auf großen Flächen lässt sich das Zeug kaum ohne Wellen auftragen, die Lösungsmittel sind auch nicht ohne. Sprühkleber habe ich auch schon verwendet, das geht für die Rockerbox ganz gut.

Besser gefällt mir Epoxy, die Verklebung hält dauerhaft und das Material lässt einem Zeit alles passend auszurichten. Für die 6-Zoll Rockerbox nutze ich ein nicht mehr ganz frisches Restgebinde, 12 g flüssiges Gold und das Ebony Star sitzt plan und fest. Schutzmaßnahmen empfohlen (Aktivkohlemaske und Handschuhe).

Da das  Epoxy schnell durchhärtet folgen die bereits verklebten Seitenwände ohne lange Wartezeit. Morgen noch das Laminat mit dem Einhandfräser trimmen und alles mit Porenfüller versiegeln, dann folgt schon der Zusammenbau.

Amerika liegt im Osten

Der Nordamerikanebel NGC 7000. Foto: Jakob Weyde.

Im Juni wird es spät dunkel und früh wieder hell, nur 1,5 Stunden liegen zwischen Ende und Beginn der astronomischen Dämmerung. Aber es bleibt warm, und der abnehmende Mond geht nicht vor 2 Uhr auf. Der Himmel verspricht klar zu werden, nicht nur wolkenlos.

Jakob hat spontan Zeit und wir nutzen die immer besser werdende Durchsicht für eine Tour de Force durch die im Osten aufgehenden Sommersternbilder, während der Bärenhüter im Süden über unseren Köpfen thront.

Höhepunkte für mich der Hantelnebel M 27 im Füchschen, den ich noch nie so gut gesehen habe, und wieder einmal der Nordamerikanebel NGC 7000 im Schwan, von dem das BoxKite selbst bei geringster Vergrößerung nur den Golf von Mexiko zeigt. Jakob hält das Wunder mit der Kamera fest, und jetzt kann ich das Herzensobjekt auch tagsüber anschauen.

Eine Wiege für das Baby-BoxKite

Nachdem das Wetter kaum zu Aktivitäten im Freien einlädt, hat die Rockerbox für den 6″ f/5 Baby-BoxKite Prototypen am Wochenende Fortschritte gemacht. Noch fehlen die Aussparungen und die Basis, aber die Höhenräder sind sorgfältig eingeschliffen und die Reibung kann durch Verschieben der Teflon-Pads justiert werden.

Das Fräsen und Schleifen der Höhenräder und der Aufnahme in den Seitenteilen der Rockerbox bedeutet etwas Arbeit, so habe ich die Teile für den Prototypen gleich in Multiplex gebaut. Große Überraschungen sind nicht zu erwarten, den Durchmesser der Höhenräder (203 mm) konnte ich mit dem alten 8-Zoll testen.

Für Marcus bauen wir das noch einmal in schön, ich werde sicher die nächsten Jahre mit dem Prototypen beobachten – und mich über die Rockerbox freuen.

Die Sirius B-Herausforderung

Image Credit: NASA, ESA, H. Bond (STScI), and M. Barstow (University of Leicester)

Ein Begleiter von Sirius wurde 1844 vorhergesagt und 1862 visuell bestätigt, mit dem 18,5″ Alvan Clark Refraktor, damals dem größten Teleskop der Welt. Der weiße Zwerg hat etwa die Größe der Erde und die Masse der Sonne: das astrophysikalische Extrem trägt vielleicht ebenso zum Mythos bei wie die Schwierigkeit der Beobachtung.

Liest man die Foren quer, findet man das ganze Spektrum von “aktuell für kein Teleskop ein Problem” bis “ich versuche schon seit 20 Jahren, Sirius B zu sehen”. Die Aufnahme des Hubble Weltraumteleskops lässt schon einmal ahnen, dass die Sache so ganz einfach nicht wird. Phil Harrington listet den Begleiter in seinem Buch “Cosmic Challenge” als Herausforderung für mittlere Teleskope, nach seiner Definition 6 bis 9 1/4″.

Unsere erste gemeinsame Sichtung liegt schon etwas zurück. Im Zuge des First Light für den neuen 6″ Prototypen haben wir gegen Ende des Abends noch einen Schwenk zu Sirius gemacht, da uns das Seeing recht stabil erschien. Von B war im 8″ aber nichts zu sehen, und wir haben das auch nicht lange verfolgt.

Ein paar Tage später wollte ich den Fokuspunkt des 8″ BoxKite noch einmal genau ausmessen und habe bei der Gelegenheit aus der heimischen Garageneinfahrt einen Blick auf das Trapez im Orionnebel riskiert. Überraschend, wir gut die E- und F-Komponenten dastehen. Dann probieren wir doch mal Sirius B.

Das klappte dann ganz gut, etwa wie bei der ersten Sichtung mit Marcus. Viel Vergrößerung ist nicht erforderlich, ich habe B am besten im 10 mm Okular gesehen, das sind für mein 8″ Dobson 120-fach und eine Austrittspupille von 1,6 mm. Schon im 8 mm (150-fach und 1,3 mm AP) war der Begleiter schlechter zu sehen. Die Herausforderung liegt nicht im Abstand der Komponenten, sondern im enormen Unterschied der scheinbaren Helligkeit von -1,4 und +8,4 mag.

Sirius B ist trotz der ähnlichen Separation der Komponenten sehr viel schwieriger als Rigel B und immer noch deutlich schwieriger als die F-Komponente im Trapez (Theta1 Ori). Das Seeing ist der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Beobachtung, die Trapez-Komponenten E und F sollten dauerhaft direkt sichtbar sein

Der Weiße Zwerg erscheint und verschwindet immer wieder, je nachdem wie das Seeing ihn freigibt. Es ist zweckmässig Sirius in die Mitte des Gesichtsfeldes positionieren und am optimalen Einblick in das Okular arbeiten, um das Strahlen-Feuerwerk so weit wie möglich zu reduzieren.

0,5 Grad Feld um Sirius, Ansicht wie im Okular, Norden ist unten. Sirius B liegt auf der 62,5° Positionswinkellinie, der Abstand der Komponenten entspricht 1/10 der Entfernung zum Feldstern an der Linie.

First Light für Baby-BoxKite

Nur 29 Tage zwischen dem ersten und dem letzten Foto: gestern konnten wir den sehr guten Himmel für das First Light des neuen 6″ f/5 Baby-BoxKite Prototyps nutzen und gleich eine kleine Nebel-Tour durch den Orion unternehmen.

Bei angenehmen 2° Lufttemperatur hatten wir viel Spaß beim Testen und Beobachten. Alle Okulare kommen in den Fokus, der Sterntest sieht auf Anhieb gut aus. Sehr interessant der direkte Vergleich mit dem 8″ f/6, der Unterschied ist deutlich, aber wir waren doch immer wieder erstaunt was mit dem 6″ alles geht.

Angeschaut haben wir das Trapez im Orionnebel (Theta1 Ori), mit dem 8″ waren die E und F-Komponenten gut sichtbar, mit dem 6″ immerhin noch E.

Der Flame-Nebel (NGC 2024) war ohne Filter im 8″ gut und im 6″ gerade noch zu sehen. Mit UHC-Filter im 8″ waren die Konturen deutlicher, ein Fall für eine Skizze, wir wollten aber weiter.

M 78, der einzige Reflexionsnebel im Messier-Katalog, war in beiden Teleskopen gut zu sehen und bietet sich wegen seiner einfachen Struktur und der beiden eingebetten Sterne wirklich zum Zeichnen an. Kommt auf die Liste.

NGC 1788 ist ein schwächerer Reflexionsnebel, der auch im 8″ leicht zu übersehen ist (aber nicht von Marcus). Haben wir mit dem 6″ nicht versucht.

Zum Abschluss haben wir dem Orion den Rücken zugekehrt und Polaris für einen ersten Test mit dem Ronchi-Okular eingestellt.

Sobald die Werkstatt aufgeräumt ist geht es weiter.

Der Atlas für Himmelsbeobachter

Einige anerkannte Nachschlagwerke für Sterngucker zeichnen sich durch einen Nerd-Faktor aus, der sich am schönsten in getippten Tabellen mit handgemalten griechischen Buchstaben äußert. Als Leser fühlt man sich einer verschworenen Minderheit zugehörig, die von der Kommerzialisierung des Informationskonsums durch ein nur ausgeprägten Individualisten zugängliches Interessengebiet verschont geblieben ist.

Für mich hatte der “Karkoschka” immer diesen Appeal, schon wegen der Typografie. Leicht zugänglich fand ich ihn nicht, dafür sorgen Tabellen im Einführungsteil wie “Scheinbare Helligkeit und Entfernung der 1427 in diesem Atlas katalogisierten Objekte, jede Doppelsternkomponente einzeln gezählt”.

Nach einer Weile findet man sich zurecht, dann kommt die Ausgabe 2022, von den meisten Sternfreunden wahrscheinlich unbemerkt, schließlich hat schon jeder so ein Teil. Mich erinnert das Buch an ein Taschenmesser mir zu vielen Werkzeugen. Ist die Fülle an neu hinzugekommenen Informationen für den Beobachter wirklich sinnvoll?

Die Karten bleiben weitgehend unverändert, die Beschreibung der Nebel auch. Die auf dem Cover angekündigten 500 Objekte kommen durch Sonderseiten mit Tabellen etc. zustande, es bleibt im Kern bei der Auswahl von 250 Zielen.

Ich habe das Buch gerade erst gekauft und will es nicht vorschnell abtun. Vielleicht freunden wir uns noch an. Wenn es soweit ist, poste ich ein Update. But don’t hold your breath.

Die 6. Auflage von 2016 hat ein farbiges Cover, ist im Inhalt aber schwarzweiss und weitgehend mit der 2. Auflage von 1989 identisch

Oculum Drehbare Himmelskarte

Ich war bislang kein großer Fan drehbarer Sternkarten. Sobald man die Sternbilder einmal kennt, bieten sie nicht viel Zusatznutzen – dachte ich. Das hat sich geändert, und der Grund ist die Drehbare Himmelskarte aus dem Oculum Verlag.

Die Karte ist schon länger auf dem Markt, knapp so groß wie eine LP (remember?), und zeigt neben ca. 700 Sternen fast 250 Objekte aus dem Deep Sky Reiseführer/Atlas. Im Orion sind das die Reflexionsnebel M 78, NGC 1788, 1977 und 2024, die offenen Sternhaufen NGC 1980 und 1981 und natürlich der Orionnebelkomplex M 42/43. Das allein ist schon mehr als eine Beobachtungsnacht wert.

Die Grafik ist aufgeräumt, man überblickt große Himmelsareale und sieht gleichzeitig Details. Das lädt auf Entdeckungsreisen ein, und mit dem Plan für die nächste Nacht möchte man sofort raus und beobachten.

Die Karte ist eine gute Ergänzung zu Sky Safari, die zwei passen zusammen wie Teleskop und Fernglas. Die Objektauswahl allein lohnt den Kauf.

https://www.oculum-verlag.de/detailview?no=540

9 Tipps für erfolgreiche Beobachtungen

Willst du mehr aus deinen Beobachtungen herausholen, ein tolles Erlebnis unter dem Sternenhimmel haben? Und zwar jetzt und nicht irgendwann?

Dann werden dir diese neun Tipps helfen.

In diesem Artikel erfährst du unter anderem:

  • Was die richtige Kleidung mit Astronomie zu tun hat
  • Warum weiße Taschenlampen dich als Anfänger entlarven könnten
  • Warum es für Astronomen wichtig ist einen Astrobuddy zu finden und eine offene Haltung gegenüber Interessierten zu hegen

Machen wir es konkret.

1. Sei ein rücksichtsvoller Astronom

Wann ist man denn nicht rücksichtsvoll? Ganz einfach, wenn du in der Gnade der anderen Hobbyastronomen fällst.

Zum Beispiel, indem du mit aufgeblendetem Licht zu einer Sternwarte oder auf einen Beobachtungsplatz fährst. Böses Foul. Mach das auf keinen Fall.

Wenn du gemeinsam mit anderen Amateurastronomen beobachtest, ist es wichtig, die anderen Beobachter zu respektieren und sie nicht zu stören. Das Einschalten von weißen Lichtern kann leicht die Beobachtungen anderer Leute stören und die Dunkeladaption des Auges ruinieren.

Wenn ich zur Sternwarte fahre – und es sind schon Leute vor Ort – schalte ich die Scheinwerfer des Autos aus oder zumindest auf Standlicht. Auf Teleskoptreffen ist es oftmals komplett untersagt helle Beleuchtung zu verwenden. Aber wie kannst du trotzdem etwas sehen? Das erkläre ich dir im nächsten Schritt.

2. Das rote Geheimnis der Beobachter

Menschen, die sich nicht mit Astronomie beschäftigen, können das wohl nicht nachvollziehen: den Hang zum roten Licht. Aber jeder Hobbyastronom liebt es. Der Grund dafür ist einfach: Du siehst alles, ohne selbst geblendet zu werden.

Unser Auge ist sehr empfindlich und reagiert sofort auf Blendung. Was passiert, wenn dir jemand mit einer weißen Taschenlampe ins Auge leuchtet? Die Augenpupille schließt sich, verringert also den Lichteinfall und will dich damit vor einer Schädigung deines Auges beschützen. Erst bei wenig Licht öffnet sie sich wieder.

Bei der astronomischen Beobachtung haben wir daher ein Problem: Wir müssen unsere Sternkarten und Okulare erkennen, aber die Augenlinse muss geöffnet bleiben. Das erreichst du mit einer Rotlichtlampe. Auf rotes Licht ist unser Auge kaum empfindlich. So kannst du stundenlang auf deinen Sternkarten umherleuchten, ohne dass dich die muskulösen Türsteher der Astrogemeinde vom Platz werfen.

3. Doppelter Boden und warme Gedanken reichen nicht, wenn du beobachten willst

Hast du schon einmal davon gehört, dass auf dem Weg zum Mount Everest gefrorene menschliche Leichen als Wegmarkierung dienen? Eine makabrere und gruselige Vorstellung.

Doch verunglückte Bergsteiger können in diesen unglaublichen Höhen kaum geborgen werden.

Von Erfrierungen beim Beobachten von Sternen habe ich zwar noch nichts gehört, aber auch wir Astrobeobachter sollten darauf achten, dass wir die sternenklare Nacht ohne Frostbeulen überstehen.

Wie machst du das trotz kalter Winternächte?

Durch warme Kleidung und gute Vorbereitung. Klingt einfach, ist es in der Praxis aber oft nicht. Vor der Beobachtung solltest du etwas warmes essen und am besten scharf würzen, zum Beispiel mit Chilli oder Ingwer. Das bringt die Durchblutung in Schwung und wirkt wie eine innere Heizung. Zusätzlich solltest du dir warmen Kaffee oder Tee in einer gut isolierenden Thermoskanne mitnehmen.

Bei der Kleidung empfehle ich dir auf Schuhe mit dicken Sohlen oder sogar Moonboots zurückzugreifen. Damit kannst du zwar keine Bergtouren machen, behältst aber stundenlang warme Füße.

Eine gute Lösung für den Körper sind Kältehausanzüge oder sehr warme Jacken. Ebenso bewährt hat sich die Zwiebeltechnik: Du ziehst einfach mehrere dünne Shirts oder Jacken übereinander. Die Luftkammern zwischen den Kleidungsschichten halten dich lange warm. Natürlich solltest du nie warme Handschuhe und eine gute Mütze vergessen.

4. Die John Dobson-Taktik für Astronomen, die in den Himmel schauen

John war ein amerikanischer Mönch und vom Sternenhimmel so begeistert, dass er ihn jedem zeigen wollte. Allerdings nicht mit dem bloßen Auge, sondern mit einem Teleskop. Doch er hatte ein Problem: Als Mönch besaß er kein Geld und es gab Mitte des letzten Jahrhunderts kaum erschwingliche Instrumente für die Himmelsbeobachtung. Also baute er sich seine Teleskope selbst und zeigte allen Interessierten den Sternenhimmel. Die Leute begriffen, dass es dort oben viele Wunder zu entdecken gab und einige von ihnen wurden selbst zu Himmelsbeobachtern. John Dobson war nicht nur ein erfolgreicher Teleskopbauer, sondern auch der Begründer der Sidewalk Astronomers.

Warum erzähle ich dir das?

Manche Leute halten die Astronomie für etwas elitär und unfassbar. „Da gibt es so ein paar Leute, die ständig in den Himmel starren“, erzählen sie vielleicht. Sie können damit wenig anfangen – ft, weil sie noch nicht wissen, wie interessant es dort oben zugeht. Mach es wie John Dobson, der zu den Leuten ging.

Wenn andere Menschen interessiert dein Teleskop mustern, dann gehe auf sie zu oder lade deine Nachbarn auf einen entspannten Beobachtungsabend ein. Sie werden sich noch lange an die schönen Sichtungen erinnern und nie wieder argwöhnisch über den Gartenzaun spähen.

5. Die Getthofaust der Beobachter

Während Corona haben wir einen Gruß gelernt, den wir zuvor nur aus Gangsterfilmen kannten: die Ghettofaust. Das alte Händeschütteln hat bis heute mancherorts ausgedient. Aber an einer Tatsache hat sich trotz Corona nie etwas geändert: an der Bedeutung menschlichen Kontakts.

Der ist auch für dich als Hobbyastronomen wichtig. Warum solltest du nicht ein einsamer Astroeinsiedler bleiben? Es ist wie in jedem anderen Hobby auch: Du lernst von anderen und lässt dich durch sie motivieren. Auch wenn Astronomie dein ganz großes Hobby ist, kann es sein, dass für etwas für dich noch nicht funktioniert oder du steckst in einem kleinen Motivationsloch. Deshalb mein Tipp: Suche dir einen Astrobuddy, mit dem du beobachten und dich austauschen kannst. Zusammen beobachten und über den Sternenhimmel quatschen kann dein Hobby extrem beflügeln.

6. Dein Beobachtungort ist keine Muckibude

Da wir gerade beim Thema Motivation sind. Kennst du das, wenn es plötzlich aufklart du aber gemütlich auf der Couch sitzt und gerade Tatort schaust? Du musst entscheiden, was dir wichtiger ist: der Film oder dieser einmalig schöne Sternenhimmel.

Dann denkst du dir: „Boah, jetzt meine 120 Kilogramm Ausrüstung in die kalte dunkle Nacht schleppen und eine halbe Stunde lang aufbauen. Nee.“

Deshalb: Kaufe dir kein zu großes oder zu schweres Teleskop. Deine Ausrüstung sollte einfach zu transportieren und leicht aufzubauen sein. Kleine Teleskope haben gegenüber großen einen gewaltigen Vorteil: man beobachtet einfach viel öfter. Selbst der glühendste Anhänger der astronomischen Beobachtung wird dir nicht erzählen können, dass er immer und jederzeit nach draußen springt, wenn es klar und vielleicht bitterkalt ist.

Große Teleskope machen das noch schwerer. Greife deshalb zu einem Teleskop, das deine Astronomie einfach macht.

Beobachten mit kleinen Instrumenten ist immer besser als nicht beobachten.

7. Wir fahren zum Mond und nehmen mit – oder was du zum Beobachten brauchst

Du kennst bestimmt das „Ich packe meinen Koffer“-Spiel. Als Kinder haben wir uns damit die Langeweile auf einer Autofahrt vertrieben und obendrein war es ein wunderbares Gedächtnistraining. „Wir fahren zum Mond und nehmen mit: einen Raumanzug, ein paar feste Schuhe, mein Kuscheltier, Sommerklamotten gegen die Hitze auf dem Mond, … äh, was war da noch? Vergessen.“

Genau das kann dir auch mit deinem Zubehör passieren, dass du mit zur Beobachtung nehmen willst. Auf einmal hast du dein Lieblingsokular zu Hause gelassen. Was jetzt? Zurückfahren wäre zu weit. Denke deshalb schon am Tag über dein Zubehör nach und nicht erst eine halbe Stunde vor deiner Beobachtung. Bereite deine Okulare, deine Filter oder Sternkarten vor. Oder für die ganz Korrekten: Mache dir eine kleine Checkliste, damit du nichts vergisst.

8. Beobachte den Himmel wie ein staunendes Kind

Albert Einstein war ein genialer Wissenschaftler. Doch er wusste, dass Forschung oder Wissen nicht alles ist. Deshalb sagte er einst: „Fantasie ist wichtiger als Wissen.“ Damit hatte er verdammt recht, denn Kreativität ist unendlich.

Die Astronomie gehört zwar zu den Naturwissenschaften. Aber nimm dein Astrohobby nicht zu ernst. Du musst kein Astronerd mit Cordhose und runder Nickelbrille sein, der mit Formeln um sich wirft. Natürlich gibt es auch Amateurwissenschaftler, die einen wichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Doch vergiss nicht zu staunen. Wir betreiben unser Hobby oft mit den Augen eines Kindes und blicken fasziniert hinauf zum Himmel. An sich hat die reine Beobachtung nur wenig mit Wissenschaft zu tun, sondern mit einem Naturwunder. Und dieses dürfen wir ehrfürchtig erleben.

Sei einfach ein Fan der Wissenschaft und ein Fan unseres Universums.

9. Beginne deine astronomischen Beobachtungen bei A, nicht bei Z

Wenn du in die Astrobeobachtung einsteigst, dann fange erst mit den hellen und einfachen Objekten an. Natürlich ist es verlockend die fast 12mag schwache und kontrastarme Galaxie NGC 6207 zu beobachten. Doch wenn du noch nicht so viel Übung hast, kann das zu einer Herausforderung werden. Wie wäre es mit dem Herkuleshaufen oder dem Orionnebel? Dieser Nebel bietet für Einsteiger und Fortgeschrittene jede Menge Details. Und du findest ihn auf Anhieb.

Astronomie ein Hobby ist, das Menschen jeden Alters Spaß macht! Wenn du diese Dinge beachtest, wirst du sicher viele schöne Abende unter dem Sternenhimmel verbringen!

Was sind deine Tipps und Erfahrungen beim Beobachten?

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